Montag, 21. November 2011

Ein Rucksack voller Erinnerungen


Einen kleinen Essay über ihren Einsatz im Caritas-Flüchtlingsheim St.Gabriel bei Mödling hat unsere italienische Baugesellin Simon verfaßt:Der Koffer den ich mit Mühe die Straße von St.Gabriel zum Bahnhof schleppe ist schwer, weil ich alles mitnehmen wollte ohne etwas zu vergessen: das Schuldgefühl und das gemeinsame Lachen aller Freiwilligen über eine schlecht angenagelte Fußbodenleiste oder der falschen Aussprache unserer gemeinsamen Sprache Englisch. Die Topfentorte der Frau Luisa, die Grußworte auf Deutsch, die ich gelernt hatte und die doch Verwirrung stifteten. Die Sprünge auf dem Trampolin, die mich wieder Kind werden ließen, die Zufriedenheit mit dem Ergebnis eines Arbeitstages. Das Erfolgsgefühl, wenn man sich mit Menschen aus anderen Ländern unterhalten konnte: die Sprachen sind verschieden aber das Lachen und die Umarmungen sind international. Wenige Schritte vor dem Bahnhof drehe ich mich noch ein letztes Mal um. Im Koffer habe ich noch die Puppe, die mir immer wieder ein Lächeln entlockt und der ich nicht einmal einen Namen gegeben habe. Ich beschließe das wieder gut zu machen und nenne sie „Grazie“. Im Deutschen heißt das „Danke“!